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Sonntag, 5. September 2010
BERICHT 1st WBPF EUROPEAN BODYBUILDING AND PHYSIQUE SPORTS CHAMPIONSHIPS 21st – 23rd MAI 2010
Image  Elf europäische Länder nahmen an den ersten Europameisterschaften der WBPF in Wien unter großer medialer Aufmerksamkeit, insbesondere auch der internationalen Bodybuilding Fachpresse, teil. Alle Athleten und Delegierten der ausländischen Mannschaften wurden im ****Sterne Austria Trend Hotel Donauzentrum untergebracht und funktionierte die Organisation und Abwicklung des Wettkampfes vor Ort Dank des vorbildlichen und unermüdlichen Einsatzes unserer Funktionäre und der zahlreichen freiwilligen Helfer reibungslos und waren alle Teilnehmer ausnahmslos begeistert und sind zahlreiche Dankes- und Gratulationsschreiben im Büro des ABPF eingelangt.
 

Tatsächlich war die Organisation und Durchführung dieser Europameisterschaften alles andere als einfach, denn abgesehen davon, dass die Wettkämpfe abgewickelt werden mussten, galt es den Europäischen Verband zu organisieren und verlässliche Partner für die Zukunft zu finden, insbesondere den konstituierenden Kongress abzuhalten und den Vorstand zu wählen. Der österreichische Verband (ABPF) als ein Verband, der für Fairness und Transparenz eintritt und seine Athleten auch durch Geldpreise fördert und die WBPF, die sich den gleichen Zielen verschrieben hat, werden offenbar von einem anderen von der IWGA (International World Games Association) mittlerweile gesperrten Verband, dessen Stern im Sinken ist, als große Bedrohung gesehen, zumal dieser Verband seinen Athleten nicht viel zu bieten hat, dafür aber mit Sperren gegen sie vorgeht, wenn sie bei unseren Veranstaltungen starten wollen. Nun musste die IFBB aber zur Kenntnis nehmen, dass der seit dem Ableben von Ben Wieder immer schneller fortschreitende Erosionsprozess nicht aufzuhalten ist und nach der Sperre durch die IWGA nun auch zahlreiche Funktionäre und Athleten in Europa zur WBPF übergetreten sind, denn ein großer Teil der Funktionäre und Sportler, die vormals der IFBB angehörten, haben nunmehr bei der EBPF um Aufnahme angesucht, sodass in der Generalversammlung am 22.05.2010 ein durchschlagskräftiger Vorstand mit zahlreichen erfahrenen Funktionären gewählt werden konnte. Welchen hohen Stellenwert die Europameisterschaften hatten, zeigte sich insbesondere im Aufgebot der teilnehmenden internationalen Sportfunktonären und Vertretern der Presse. Neben den Funktionären der WBPF, allen voran WBPF Generalsekretär Datuk Paul Chua (Singapur), Walter van den Branden (Chairman of the WBPF Judges Committee) und einem Vertreter des irakischen Verbandes konnten wir nicht nur Vertreter der NAC und NABBA (Marcus Schlager), sondern auch den Präsidenten der WFF, Edmundas Daubaras (Litauen), Markus Rhode (Sportrevue), Millard Baker (Muscletime), Marc Ziegler (Size and Symmetry), Peter Papula (Fitness News) sowie lokale Politprominenz (Bezirksvorsteher Norbert Scheed, Bezirksrätin Helga Ochrana) als Gäste begrüßen.

Am Samstag, den 22.05.2010 fanden die Wettkämpfe der Junioren, Masters und Frauen statt.

In der Junioren BB Kategorie traf der Wiener Andreas Mauser auf starke internationale Konkurrenz aus Bulgarien und der Slowakei. Er verbesserte sich zwar seit den Österreichischen Meisterschaften in Punkto Definition deutlich, doch sowohl der erst 18-jährige Bulgare Ivan Rapalov, welcher über eine sehr ausgeglichene, harmonische Körperentwicklung verfügte, als auch der sensationelle Slowake, Igor Illés, waren für ihn nicht zu packen. Besonders der Letztgenannte verfügte über eine derartig spektakuläre Kombination von Muskelmasse, Symmetrie und Definition, dass er auch einen würdigen Gesamtsieger in der allgemeinen Klasse der Senioren abgegeben hätte. Bei Illés beeindruckte vor allem die enorme Muskeldichte in allen Muskelgruppen, Igor offenbarte keine Schwächen, sodass die Kampfrichter ihn einstimmig auf Platz 1 setzten. Platz 2 ging an den Bulgaren, welcher Andreas auf den 3. Platz verwies.

In der Junioren BB Klasse der Frauen präsentierte sich die Ungarin Ráhel Gödény in solider Form, wobei bei ihr die Weiblichkeit nicht zu kurz kam.

Eindrucksvolle Leistungen wurden in der Frauen Fitness Physique Klasse durch die Ungarin Szilvia Czine, die Ukrainerin Oksana Shvets und die Bulgarin Mariela Savova geboten. Am muskulösesten präsentierte sich die Bulgarin, welche allerdings in der Kür mit den beiden anderen Konkurrentinnen nicht mithalten konnte. Die erst 16-jährige Oksana Shvets zeigte eine phantastische Kür mit zahlreichen Elementen des Balletttanzes, war aber physisch der Ungarin nicht ganz ebenbürtig, welche wiederum an die Kürleistung von Oksana nicht herankam. So entschied lediglich ein Punkt Abstand zugunsten der Ungarin.

In der Frauen Model Physique Klasse 1 ruhten die österreichischen Hoffnungen auf Petra Unfried, die einen gut austrainierten Körper präsentierte und durch unsere Veronika Aranyos bestens auf diesen Wettkampf vorbereitet wurde. Sie traf auf unerwartet starke Konkurrenz, nicht nur in der jungen Ungarin Szilvia Czine, sondern auch und vor allem in der niederländischen Steueranwältin Angela Koekkoek, die in den Augen der Kampfrichter über den perfekten Fitnessmodelkörper verfügte und sich souverän dem Titel holte.

In der Frauen Model Physique Klasse 2 wiederholte sich das Duell der drei österreichischen Athletinnen Sonja Mock, Cornelia Schreiber und Daniela Locsmandy, auch die internationale Jury kam zum gleichen Ergebnis wie die nationale Jury bei den Österreichischen Meisterschaften. Die spektakuläre Kombination von Muskulosität, Definition, schöner Körperlinie und exakter Präsentation der Vierteldrehungen waren so überzeugend, dass erneut Sonja Mock den Titelgewinn erzielte. Conny Schreiber hatte sich gegenüber den Österreichischen Meisterschaften ebenso wie Daniela Locsmandy deutlich gesteigert, konnten aber Sonja’s Totalerfolg nicht verhindern.

In der Men’s Fitness Physique Klasse dominierte der Ukrainer Dmytro Tkachov seinen ungarischen Rivalen Gabor Hajdú deutlich. Nicht nur von der Physis war die Leistung des Ukrainers beeindruckend, sondern präsentierte er auch eine variantenreiche und gut choreographierte Kür.

Bei den Master’s (40 bis 49 Jahre) bis 80 kg waren zwei Österreicher, Wolfgang Kneisz und Heinz Weindl am Start. Der Burgenländer konnte sich seit den Österreicherischen Meisterschaften nochmals steigern und seine Definition stark verbessern, sodass er in der Bestform seines Lebens antrat und den Ukrainer Roman Berezovy, der über eine sehr gute Oberkörperentwicklung verfügte, auf Platz 5 verweisen konnte. Raymond Cassar (Malta) war allerdings nicht zu packen, er war noch definierter als Wolfgang zum Wettkampf angetreten. Eine Überraschung lieferte der Niederländer Randolf Bitorina, der in absoluter Topform antrat und ein äußerst unterhaltsames Posing ablieferte. Doch bereits nach den ersten Vergleichen war klar, dass unserem Heiz der Europameistertitel nicht zu nehmen sein würde: er lieferte das beste Gesamtpaket Paket basierend auf einer exzellenten Beinentwicklung, messerscharfen Bauchmuskeln, solider Brust-, Rücken- und Schulterentwicklung und makellosen Armen ab. Dazu kam die selbstbewusste und effektvolle Präsentation der Pflichtposen und ein gut choreographiertes Posing.

In der Master’s Klasse (40 bis 49) über 80 kg waren sogar drei österreichische Athleten am Start: Ernst Barnet, Hans Dzuban und Ronald Ullram. Alle drei konnten ihre Form gegenüber der ÖM deutlich steigern. Schon nach den ersten Vergleich erschien klar, dass der Sieger in dieser Klasse nur Ronald Ullram heißen könnte, denn er verfügte ganz einfach über das beste Gesamtpaket und die bei weitem beste Definition. Sehr breite Schultern, ein ausladender Latissimus und tiefer, adriger Rücken, wuchtige, detaillierte Schulter- und Brustentwicklung und massive Oberarme gepaart mit gut definierten Bauchmuskeln und einer winzigen Taille und schmale Hüften verliehen ihm ein beeindruckendes Aussehen, er hat die typische X-Struktur eines Athleten. Sein härtester Konkurrent war von Anfang an der Tscheche Ivo Havir und vor allem der Ukrainer Pavel Zelenko, welcher vielleicht über die gleichmäßigste Muskelentwicklung, aber bei weitem nicht über die beste Definition verfügte. Bestens definiert trat der Tscheche an, überraschend stark auch der Ungar Ferenc Erós, von dem gerüchteweise ein Brustmuskeleinriss kolportiert wurde, von dem man allerdings auf der Bühne nichts sah. Sehr stark präsentierte sich der Wiener Ernst Barnet, er ist ein Routinier, der die Pflichtposen perfekt ausführt und neben einer ausgeglichenen Körperentwicklung hervorragend seine Beinbizeps und Wadenentwicklung präsentieren konnte. Hans Dzuban schafft es trotz einer Leistungssteigerung nicht ins Finale. Als nach der Verkündung des 3. Platzes – die Bronzemedaille ging an den Tschechen Ivo Havir – Pavel und Ronald die Verkündung des Silbermedaillegewinners erwarteten, dachten alle an einen österreichischen Sieg, doch es kam anders: Obwohl punktegleich schaffte es der Ukrainer wegen der größeren Anzahl zweiter Plätze, die in den Wertungen verblieben, Ronnie den Europameistertitel aus der Hand zu nehmen. Ganz Gentleman gratulierte Ronnie sportlich fair nachdem der erste Anflug von Enttäuschung vergangen war, seinem Konkurrenten zum Sieg.

In der Master’s Klasse über 50 Jahre traf der Lokalmatador Johann Kunter auf den Ukrainer Valeriy Lutsak und den Italiener Aldo Fumagalli. Der bereits über 60-jährige Fumagalli zeigte, dass regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining dazu beiträgt, auch im Pensionsalter einen bühnenreifen Körper zu erhalten, er war bestens definiert und verfügt über eine spektakuläre Rückenentwicklung und exzellente Definition. So musste unser sehr gut vorbereiteter Johann Kunter mit dem 3. Platz Vorlieb nehmen, zeigte aber ebenfalls eine passable Leistung. Am Sieg des Ukrainers Valeriy Lutsak gab es aber nichts zu rütteln, der 51-jährige Präsident der UBPF war eine Klasse für sich und sicherte sich klar den Titel.

In der Männer Athletic Physique Klasse war Österreich durch den Steierer Martin Benedikt, den Niederösterreicher Robert Wiesinger sowie Michael Horvath vertreten. Während Wiesinger trotz guter Leistungen das Finale knapp verfehlte, gelang Benedikt der Sprung in die Medaillenränge. Martin konnte seine Form der ÖM nicht nur konservieren, sondern sogar erneut verbessern, sodass ihm seine Ästhetik und messerscharfe Definition zur Bronzemedaille verhalfen. Nicht zu vergessen ist die Leistung von Michael Horvath, der sich bei diesem starken Teilnehmerfeld den 5. Finalplatz erkämpfen konnte. An der Spitze konnte sich der Holländer Randolf Bitorina gegenüber dem Ukrainer Dmytro Tkachov durchsetzen.

Am 23.05.2010, dem 2. Weltkampftag der EM, ging es bei den Senioren Bodybuilding Männerklassen zur Sache:

In der Männer BB Klasse bis 80 kg kam es zu einem spannenden Dreikampf zwischen den Österreichern Heinz Weindl und Damun David Aghamir sowie dem Ungarn Józef Krucsai. Erneut war Österreich vom Pech verfolgt, denn trotz Punktegleichstand ereilte unseren Heinz das gleiche Schicksal wie Ronnie einen Tag zuvor: Er musste sich wegen der geringeren Anzahl von zweiten Plätzen seinem ungarischen Konkurrenten knapp geschlagen geben. Die Bestform seines Lebens erreichte David „Dave“ Aghamir, besonders Brust-, Schulter- und Rückentwicklung war atemberaubend, die Farbe perfekt und die Präsentation makellos. Etwas gehandicapt war Heinz Weindl nach seinem Auftritt am Vortag, wo er sich einen Muskelfasereinriss im rechten Oberschenkel zuzog. Auf der Bühne war ihm dies freilich nicht anzumerken – ganz professionell zog er die Pflichtposen und seine Posingkür durch, der Europameistertitel des Vortages ließ offenbar alle Schmerzen verfliegen.

Die stärkste Klasse war zweifellos die Männer Bodybuilding Klasse bis 90 kg, welche mit neun Teilnehmern auch zahlenmäßig am stärksten besetzt war. Starke Athleten wie der Slowake Jakub Subrt und der Ukrainer Oleksandr Yarmolenko schafften es nicht ins Finale. Ebenso erging es unserem Roman Arthaber, der bei Bezirksrätin Helga Ochrana einen nachhaltigen Eindruck hinterließ: „Er hat einen wirklich schönen Körper!“ bekannte die Frau Bezirksrätin fachkundig, als Roman seine Posinkür präsentierte „So sollte ein Mann aussehen!“. Ein gewaltiges Potenzial offenbarte sich beim Slowaken Jakub Subrt (Jahrgang 1987) – bei dieser Genetik kann er in zwei Jahren alle schlagen. Reinhard Lichtenegger, der wiederum auf seinen Fanclub zurückgreifen konnte, war blendend disponiert, dieser genetisch begnadete Athlet benötigt nur noch etwas mehr Muskelmasse, um ganz an die Spitze vorzustoßen. Wie am Vortag bei den Masters hatte Ronnie Ullram auch bei den Senioren in dem Ukrainer Vasyl Remizov einen starken, ja übermächtigen Gegner: brutal massig und definiert, ja geradezu gewaltig präsentierte sich der Ukrainer und konnte Ronnie doch mit deutlichem Punkteabstand auf Platz 2 verweisen.

In der Seniorenklasse bis 100 kg dominierten ebenfalls die ukrainischen Athleten, allen voran Roman Gavryshchuk mit einer insgesamt perfekten Kombination aus Muskelmasse, Definition und eleganter, innovativer Präsentation. Bei ihm sucht man vergeblich nach Schwächen, jede Muskelpartie war optimal austrainiert, er war zwar insgesamt nicht der massivste, aber der am besten proportionierte und einer der definiertesten Athleten. Sein Landsmann Sergii Bezshchasnyi war ebenfalls in Topform, hatte aber keine so schöne Linie wie Roman. Über einen ausgesprochen ebenmäßigen, gleichmäßig entwickelten Körper verfügt der Malteser Darren Borg, der hinter den beiden zuvor Genannten die Bronzemedaille erkämpfte. Lubomir Krhut und Tomás Tóth rundeten das Finale mit ausgeglichenen Leistungen ab, wobei Krhut vor allem durch exzellente Definition auffiel. Bei dieser starken Klasse war es nicht verwunderlich, dass der starke Deutsche Gordon Piechulek, das Finale verfehlte.

In der Senioren Männer Superschwergewichtsklasse über 100 kg gab es von Anfang an über den Sieger keinen Zweifel, denn der Ukrainer Sergii Yatsiuk spielte in einer eigenen Liga und dominierte die Konkurrenz aus Österreich von Anbeginn an. Sehr erfreulich aus österreichischer Sicht war die Leistung von Klaus Drescher, welcher sich sehr stark verbessern konnte und einen tadellos definierten Oberkörper in seinen klassischen Arnold-Posen präsentierte. Auch Armin Gangl hat offenbar den Turbo gezündet und seine Definition verbessert. Lukas Lenhart erschien ebenfalls gegenüber vor zwei Wochen deutlich verbessert, hatte aber gegenüber den drei zuvor Genannten das Nachsehen.

Im Stechen um den Gesamtsieg konnte sich der Ukrainer Roman Gavryshchuk durchsetzen. Er durfte sich neben dem Pokal für den Gesamtsieg auch über eine Siegerprämie von insgesamt € 1.500,00 freuen, während die übrigen drei Klassensieger der Senioren Männer Bodybuilding Klassen jeweils
€ 500,00 Siegprämie erhielten. Die beiden Siegerinnen der Frauen Model Physique Klassen erhielten jeweils € 300,00 Siegprämie.

Beim der anschließenden Abschiedsparty im PIER 9 feierten die Sportler, Funktionäre und geladenen Gäste bis in die frühen Morgenstunden und erholten sich vom Wettkampfstress. Am Pfingstmontag gab es noch eine Sightseeingtour durch die Wiener Innenstadt.

Mit den 1st WBPF Bodybuilding and Physique Sports Championships 2010 wurde der Grundstein für den Aufbau unseres Sports in Europa gelegt.

Im Rahmen des Kongresses wurde auf Antrag des ungarischen Verbandes diesem die Organisation und Durchführung der Europameisterschaften 2011 übertragen. Für 2012 erfolgte die Vergabe der EM an Malta.

 
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Austria Cup 2010

INT. AUSTRIA CUP
SAMSTAG, 16. Oktober 2010

WM-Qualifikationen der Männer
2010

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