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Sonntag, 5. September 2010
BERICHT WBPF BODYBUILDING WELTMEISTERSCHAFTEN DER MÄNNER
Image Die österreichische Nationalmannschaft bestehend aus den Athleten Aghamir Damun, Christian Klee, Michael Zimmermann und Manfred Petautschnig sowie den Funktionären Rudolf Mlcsa und Walter Stückler und den zahlreichen Begleitpersonen fand in Dubai ideale Wettkampfbedingungen vor. Die österreichische, deutsche, ungarische und polnische Delegation ist mit Emirates Airlines komfortabel nach Dubai angereist und wurde vom Organisationskomitee in Dubai zum Appartmenthotel Al-Bustan gebracht,


 wobei die Unterbringung in Appartements erfolgte, welche aus einer Wohnküche, einem Vorraum, Schlafzimmer und Badezimmer/WC bestanden und komfortabel ausgestattet waren. Nicht einmal den Extradelegierten wurde vom Organisationskomitee die Bezahlung des Packages abverlangt, alle Teilnehmer wurden kostenlos untergebracht (auch Extradelegierte), weder Funktionäre noch Athleten mussten eine Registrierungsgebühr oder Hotelkaution bezahlen. Vertreter aus insgesamt 71 Ländern nahmen an den Weltmeisterschaft teil. Das Organisationskomitee unter der Leitung von Hussain Al Saffar unternahm alles, um den offiziellen Teilnehmern der Weltmeisterschaften den Aufenthalt in Dubai so angenehm wie möglich zu gestalten.

In den Medien wurde ausführlich über den Verlauf der Weltmeisterschaft berichtet. Der Umstand, dass die WBPF Weltmeisterschaften unter der Patronanz des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Khalifa Bin Zayed Al Nahyan, des Vizepräsidenten und Premierministers, Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, der Prinzen Scheich Hamdan Bin Mohammed Bin Rashid Al Maktoum und Scheich Majid Bin Mohammed Bin Rashid Al Maktoum stattfanden, verlieh dem Event besonderen Glanz und sicherte ein hohes Maß an medialer Aufmerksamkeit. Besonders begeistert vom Bodybuildingsport sind die Söhne des Oberhauptes der Stadt Dubai Majid und Mamoud bin Rashid al Maktoum, wobei Letztgenannter das Finale besuchte und die Siegerehrung der Männerklasse bis 70 kg vornahm, in der das Gastgeberland, VAE, einen Weltmeister hervorbrachte.

Bei der Generalversammlung der WBPF wurden insgesamt 68 Länder in die WBPF als Mitglieder aufgenommen. Diese wählten dann in der konstituierenden Generalversammlung den Vorstand (Executive Council), welcher aus folgenden Personen besteht:

President:     Osama Ahmed Alshafar (UAE)
Secretary-General:    Paul Chua (Singapore)
Vice-President for Africa:    Boukar Tikire (Cameroon)
Vice-President for Europe:   Axel Bauer (Austria)
Vice-President for Asia:    Chang Bo Young (South Korea)
Vice-President for Oceania:   Philip Hope (New Zealand)
Chairman of the Judges Committee: Walter van den Branden (Netherlands)
Chairman of the Technical Committee: Patrick Mounier (New Caledonia)
Chairman of the Medical and Anti-Doping Committee: Prof. Dr. F.T Delbeke, Faorc (Belgium)
Chairperson of the Science and Research Committee: Mohd. Abdulrahim Abdulla (Kingdom of Bahrain)
Chairperson of the Women’s Committee: Dr. Margaret Kuo (Chinese Taipel)
Treasurer:     Hussain Alsaffar (UAE)

Zum Legal Advisor wurde Loh Lin Kok (Singapore) ernannt. Zu Patrons wurden ernannt: Douglas Latchford (Thailand), Warren Langman (Australien), Bulat Mergeliev (Kasachstan), Datuk Gan Boon Leon (Malaysia).

Nachdem der Gründungsvorgang der WBPF abgeschlossen und die konstituierende Generalversammlung sowie Vorstandssitzung abgewickelt wurden, also der administrative Teil der Weltmeisterschaften erledigt war, konnte der Wettkampf beginnen:

125 Athleten traten in 10 Gewichtskategorien (bis 55 kg, bis 60 kg, bis 65 kg, bis 70 kg, bis 75 kg, bis 80 kg, bis 85 kg, bis 90 kg, bis 100 kg und über 100 kg) an, wobei der Standard vor allem in den unteren Gewichtsklassen bis zur Klasse bis 90 kg extrem hoch war und lediglich in den beiden höchsten Gewichtsklassen bis 100 kg und über 100 kg das Niveau abflachte. Besonders stark präsentierten sich die Athleten aus dem Iran, Irak, Thailand und dem Gastgeberland VAE. Während die Athleten aus Afrika und Australien/Ozeanien chancenlos waren, hinterließen die europäischen Athleten einen ausgezeichneten Eindruck, was sich im Medaillenspiegel zeigte, der für Europa zwei Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille auswies. Hinzukam kam eine weitere Finalplatzierung und zwei sechste Plätze.

Aus österreichischer Sicht wurde es erstmals in der Klasse bis 85 kg interessant, als der Salzburger Damun Aghamir die Bühne betrat. Er wurde gleich zu Beginn und in den darauf folgenden call-outs aktiviert und hinterließ dabei einen ausgezeichneten Eindruck, so gut, dass man sogar auf eine Finalplatzierung hoffen konnte. Gegenüber seiner Form beim Austria Cup konnte sich „Dave“ deutlich verbessern, besonders stark ausgeprägt sind seine Oberschenkel-, Schulter- und Rückenmuskeln. Für die Zukunft muss er Bizeps und Trizeps noch weiter verbessern und sein Conditioning optimieren.

In der Klasse bis 90 kg präsentierte sich der Ungar Zoltan Toth in einer geradezu sensationellen Form. Bei ihm stimmt wirklich alles: großartige Harmonie, Symmetrie, enorme Muskelmasse bei exzellenter Definition, perfekte Präsentation der Pflichtposen, beeindruckende Bühnenpräsenz, er zeigte arroganzfreies Selbstbewusstsein und ein fantastisches Posing. Muskulär sind seine Waden ein echter eye-catcher. In dieser Klasse hätte eigentlich Reinhart Lichtenegger starten sollen, doch dieser wurde nach dem Austria Cup von so argen medizinischen Problemen geplagt, dass er am Wettkampf nicht teilnehmen konnte – schade für den sympathischen Steirer, der in dieser stark besetzten Klasse sicherlich mit seiner guten Form Chancen auf einen Finalplatz gehabt hätte.

Eine Klasse höher (Schwergewicht) kam es zum Duell der beiden Österreicher Christian Klee und Michael Zimmermann, beide präsentierten sich in Bestform. Auch der für Deutschland startende Johannes Tait hinterließ einen extrem guten Eindruck und konnte mit seinem 6. Platz ein höchst respektables Ergebnis erzielen. Er präsentierte eine gute Harmonie und Definition, für eine Topplatzierung fehlt ihm aber noch ein wenig Muskelmasse. Michael und Christian sind ganz unterschiedliche Körpertypen: Michael imponiert durch seine brutale Masse und plastische Ausprägung der Muskulatur. Wenn man bei ihm etwas kritisieren kann, dann ist es die Präsentation der einen oder anderen Pflichtpose, hier fehlt noch der letzte Schliff. Christian hingegen überzeugt nicht so sehr durch brutale Masse, sondern durch eine ausgeglichene Körperentwicklung verbunden mit einer vollendeten Präsentation. Neben den beiden Österreichern war vor allem der Iraner Asadollahi Alireza in Topform. Von der Papierform, namentlich dem Ergebnis des Austria Cups, wurde erwartet, dass Michael in der Endabrechnung vor Christian liegen würde, doch dieser überzeugte mit seinem complete package die Kampfrichter und sicherte sich mit deutlichem Punkteabstand vor dem Iraner Asadollahi Alireza den Weltmeistertitel und erzielte damit einen historischen Erfolg für Österreich. Der letzte Bodybuilding Weltmeistertitel für Österreich wurde im Jahr 1999 durch Susanne Niederhauser in Sydney/Australien erzielt. Michael Zimmermann rundete den österreichischen Erfolg in dieser Klasse mit seiner Bronzemedaille ab.

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Christian Klee 

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Michael Zimmermann



Im Superschwergewicht kam es zum zweiten Mal in diesem Jahr zum „Clash of the Titans“ zwischen Manfred Petautschnig (Österreich) und Mario Hemmer (Deutschland). Beide brachten in etwa das gleiche Gewicht wie beim Austria Cup (Manfred 126,4 und Mario 123,87 kg) auf die Waage, und beiden gelang eine deutliche Formsteigerung gegenüber dem Austria Cup, wobei die Verbesserung bei Mario deutlicher als bei Manfred auffiel. Der „German Giant“ war jedenfalls der Lieblingsathlet von Präsident Osama Al Shafar, der ihn schon bei der Abwaage als Anwärter auf den Gesamtsieg erkannte und diesen Eindruck nach dem prejudging bestärkte. Die Entscheidung über Gold, Silber und Bronze treffen freilich die Kampfrichter und diese hatten es weder mit Manfred, noch mit Mario besonders gut gemeint. Zweifellos waren die beiden Iraner Haghi Fereydonn und Rahnamaeian Hasan in exzellenter Form und bestachen vor allem durch ihre spektakuläre Kombination von Muskelmasse und Definition, Fereydonn Haghi bringt bei 1,80 m Körpergröße immerhin 111 kg – gut definiert – auf die Waage. Dass es Mario diesmal wirklich wissen wollte und alles daran setzte, den Weltmeistertitel zu erzielen, zeigte sich insbesondere beim Finale, als es bereits bei der Vorstellung der Finalisten auf der Bühne zu einem Posedown zwischen Fereydonn Haghi, Manfred und Mario kam, wobei die beiden Letztgenannten die vornehme Zurückhaltung, welche sie noch beim Austria Cup anlegten, aufgaben und sich derartigen matchten, dass man fast den Eindruck hatte, die Auseinandersetzung würde in ein Handgemenge übergehen. Durch diese Darbietung der Superschwergewichtler wurde das Publikum emotionalisiert, wobei die zahlreichen iranischen Fans ihre beiden Athleten frenetisch anfeuerten.

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Mario Hemmer 

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Manfred Petautschnig 

Manfred Petautschnig ist ein großer Sportler und ein Gentleman, doch es war – man muss dies leider konstatieren – nicht seine WM. Hatte er 2003 im Mumbai/Indien noch um den Titel mitgefightet und durch seine sensationelle Kombination von Muskelmasse und extremer Definition gepunktet, vermochten die 10 kg Muskelmasse mehr, welche er seit 2003 auftrainiert hatte, ihn nicht zum Sieg zu tragen, es fehlte einfach die Qualität, das Conditioning, der Gesamteindruck des Siegers. Mit dem 5. Platz kam es aber wirklich knüppelhart, denn der vierplatzierte Pakistani (Abwaagegewicht 100,5 kg) war nicht nur weniger massig, sondern auch deutlich glatter als man Manfred. Es erweist sich, dass es bei einem Körpergewicht von deutlich über 120 kg schwer ist jenes Conditioning zu präsentieren, welches leichtere Superschwergewichtler im Bereich von etwa 110 kg auszeichnet.

Harmonie, Masse und vor allem Breite sind die physischen Stärken von Mario Hemmer. Wenn er eine Lat-Pose machte, dann glaubte man nicht nur, dass der Vorhang zugeht, bevor die Veranstaltung aus ist, sondern suchte auch vergeblich den ein oder anderen Perser, den man vorher noch (beim Posedown) auf dem Podium sehen konnte. Mario ist auch der Meister der Willenskraft, der den Kampfrichtern und dem Publikum klar signalisierte, dass hier Persien’s Gaugamela (Anmerkung: in der Schlacht bei Gaugamela wurde die persische Armee durch Alexander den Großen vernichtend geschlagen) Fleisch und Blut geworden ist. Die Kampfrichter und das iranisch dominierte Publikum – sahen die Sache freilich anders. Keine andere Klasse polarisierte so stark, wie das Superschwergewicht. Wirklich glücklich ist immer nur der Sieger und das war Iran’s Fereydonn Haghi. Für Mario reichte es „nur“ zum 2. Platz, er blieb seiner eigner und des WBPF Präsidenten Putativweltmeister. Sportlich fair und ganz Gentleman blieb Manfred bei der Siegerehrung, nachdem er den ersten Anflug von Enttäuschung abgeschüttelt und zu Mario gegangen war, um ihm zu gratulieren. Dieser freilich hatte selbst mit der Enttäuschung über den Kampfrichterentscheid zu kämpfen und vermochte noch gar nicht zu realisieren, dass der Vizeweltmeistertitel kein Grund zur Traurigkeit, sondern im Gegenteil zur Freude und Zufriedenheit sein sollte.

Im anschließenden Stechen um den Gesamtsieg verblüfften die Kampfrichter erneut mit einer Überraschungsentscheidung, in dem sie den Superschwergewichtler Haghi Fereydonn auch noch zum Besten der Besten erklärten.

Besonders hervorzuheben ist, dass insgesamt USD 120.000,00 an Preisgeldern ausgeschüttet wurden. Die Klassensieger erhielten jeweils USD 5.000,00, die Zweitplatzierten USD 3.000,00, die Drittplatzierten USD 2.000,00 und die Viert- und Fünftplatzierten jeweils USD 1.000,00 Preisgeld. Die vergebenen Trophäen waren extrem hochwertig und kosteten insgesamt abermals USD 120.000,00. Anders als andere Bodybuildingsportverbände ist die WBPF eine demokratische, transparente, rechtlich ordnungsgemäß konstituierte Sportorganisation, welche bei den Funktionären und Athleten nicht abkassiert, sondern bemüht ist, dass sich die Teilnahme an den Weltmeisterschaften für die Athleten im wahrsten Sinne des Wortes auch auszahlt. Da kann man sich jetzt schon auf die nächsten WBPF Weltmeisterschaften freuen, die am 06. und 07. November 2010 in Bangkok/Thailand stattfinden werden, wobei nicht nur die Bodybuilding WM der Männer, sondern auch der Frauen ausgetragen werden wird.

Alle Bilder zur WM finden sich unter:
www.thaibody.com
www.muscletime.com
www.wbpf.at


Mag. Axel Bauer
ABPF Präsident

 
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Austria Cup 2010

INT. AUSTRIA CUP
SAMSTAG, 16. Oktober 2010

WM-Qualifikationen der Männer
2010

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